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Betrieb des 1. Bürgerbusses in Niedersachsen

Projektdetails

Betrieb des 1. Bürgerbusses in Niedersachsen



Projektstatus: In Umsetzung

Grund des Engagements

Im Oberharz sind die Verkehrsverhältnisse schwierig. Der ÖPNV rechnet sich nicht. Im Jahr 1994 erkannten Ratsmitglieder der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld das Bürgerbuskonzept als eine Möglichkeit zur sinnvollen Verbesserung des ÖPNV in unserer Region. Am 08. Februar 1995 fanden sich 67 Frauen und Männer in der "Goldenen Krone" zusammen, um den Bürgerbusverein zu gründen. Seit der Aufnahme des Fahrbetriebes fahren nunmehr zwei Busse täglich jeweils 70 Kilometer und halten an 43 Haltestellen. Somit kann der sonst unmobile Clausthaler bequem in der Stadt unterwegs sein und braucht große Wege nicht scheuen.


Betrieb des 1. Bürgerbusses in Niedersachsen

Wie wird finanziert?

Die Busse wurden von der Bezirksregierung Braunschweig zu 75 % (aus dem Gemeindeverkehrs Finanzierungsgesetz) und von der rbb zu 25 % finanziert.

Die Bergstadt Clausthal-Zellerfeld hat sich im Projektvertrag dazu verpflichtet, die aus dem Betrieb entstehenden Verluste zu übernehmen. Seit dem 18.03.1997 sind Werbeflächen an den Bussen an örtliche Betriebe vermietet. Hierdurch wird ein Gewinn von jährlich ca. 6.000,- EUR erzielt. Dieser Betrag mindert den Finanzierungsbedarf der Gemeinde. Der Verein erhält von der Bergstadt jährlich ca. 1.000,- EUR für die Vereinsführung und ca. 1.500,- EUR für das Vereinsleben.

Von der rbb erhält der Verein jeweils zum Jahresbeginn ca. 3.000,- EUR. Dieser Betrag dient der Sicherstellung der Liquidität und geht in die Betriebskostenrechnung ein. Die notwendigen Investitionen (Busse, Haltestellenbeschilderung, Fahrpläne, Drucker, Funktelefone u.s.w.) werden auf 6 Jahre abgeschrieben. Für einen Fahreinsatz von ca. 5 Stunden erhält der Verein von der rbb ca. 0,50 EUR Mankogeld zum Ausgleich von Verlusten in der Kasse der Busse.

Es gilt die Tarifordnung der rbb. Schwerbehinderte und eventuelle Begleitpersonen haben freie Fahrt. Hierfür wird der rbb ein prozentualer Anteil durch die Landesregierung zurückvergütet, der als Einnahme in die Betriebskostenrechnung für uns eingeht.


Wie wird mit der öff. Verwaltung kooperiert?

Die Idee zum Betrieb des Bürgerbusses stammt von ehemaligen Ratsmitgliedern. Die Bezirksregierung Braunschweig stellte aus dem Haushalt 1994 erhebliche Mittel bereit. Zudem hat sich Clausthal dazu verpflichtet, für evtl. entstehende Verluste einzuspringen. Auch wenn man anfangs mit Skepsis dem Projekt entgegen sah, ist der Bürgerbus nun fester Bestandteil des täglich Verkehrs. Der Bürgermeister spricht im Positiven von einer gewissen "Verrücktheit", die man besitzen muss, um solch ein Projekt durchzuführen.


Waren Hürden zu überspringen - und welche?

Die personelle Struktur des Fahrpersonals hat mittelfristig erhebliche Konsequenzen: Während die Älteren meist ortsgebunden sind, werden die Jüngeren in absehbarer Zeit die Bergstadt verlassen. Wir haben also mit einer großen Fluktuation zu rechnen. Um unser Angebot zu erhalten, müssen wir daher ständig neue Fahrerinnen und Fahrer werben und ausbilden. Zudem ist die Freiwilligenarbeit in der Region eher mäßig. Daher wollen wir mit unserem Engagement Gesicht zeigen!


Welche Versicherungsfragen waren zu klären?

Die Fahrerinnen und Fahrer sind in gleicher Weise versichert, wie ein normaler Busfahrer der Regionalbus Braunschweig GmbH


Wurden externe Berater zu Rate gezogen - und welche?

Externe Beratung haben die Bürgerbus-Macher von bereits aktiven Bürgerbusvereinen in NRW erfahren.


Organisation

Organisationsform

Verein


Gründung

1995


Vorstand

Ulrich Franz (1. Vorsitzender)
Heinz Broi (2. Vorsitzender)
Karin Trunz (3. Vorsitzende)


Zentrale Kontaktinformationen

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