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Bau einer Kanalisation in Leipzig

Projektdetails

Bau einer Kanalisation in Leipzig



Projektstatus: Abgeschlossen

Projektphasen und Arbeitsschritte

1996


Grund des Engagements

Die 60 Jahre alten Sickergruben der Leipziger entsprachen im Jahr 1996 nicht mehr den Vorschriften. Die Stadt war jedoch nicht in der Lage, die Siedler sofort an die städtische Kanalisation anzuschließen. Das solle zwar zehn Jahre später, im Jahr 2005, möglich werden, bis dahin jedoch müssten die Haushalte für eine Übergangslösung aufkommen. Und 2005 nochmal für den Anschluss an die öffentliche Kanalisation tief in die Tasche greifen. Zusammen rund 30.000 Mark pro Haushalt. Das sahen die Siedler nicht ein und nahmen den Anschluss an die zentrale Kanalisation selbst in die Hand.


Bau einer Kanalisation in Leipzig

Wie wird finanziert?

Der Gesamtwert der Anlage betrug bei Fertigstellung rund 1,7 Millionen Mark, an staatlichen Fördergeldern waren 443.000 Mark eingeflossen. Pro Haushalt hat die Kanalisation rund 8.460 Mark gekostet – bei der ursprünglich geplanten Doppellösung hätte man mit 30.000 Mark rechnen müssen. In zehn Monatsraten zahlten die 145 GbR-Gesellschafter je 10.000 Mark auf ein Konto, 50 Prozent davon noch vor Baubeginn. Dieser Vertrauensvorschuss war Ergebnis intensiver Öffentlichkeitsarbeit des Vorstands. Sie informierten die Siedler in Versammlungen, durch Aushänge, persönliche Anschreiben und zahlreiche Gesprächen. Zudem wurde das Konto, auf das die Siedler den Millionenbetrag überwiesen, von den kommunalen Wasserwerken als Treuhandkonto geführt. Das wurde als zusätzliches Sicherheitsindiz wahrgenommen. Etwa 200.000 Mark konnten bei 6.000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden eingespart werden.


Wie wird mit der öff. Verwaltung kooperiert?

Nach anfänglicher Skepsis der beteiligten Behörden war die Kooperation sehr konstruktiv. Beide Seiten hatten in gewisser Weise das gleiche Interesse und haben sich gegenseitig unterstützt. Insbesondere die Kommunalen Wasserwerke Leipzig unterstützten die Siedlergemeinschaft in jeder Phase und wirkten so auch als Türöffner bei anderen beteiligten Ämtern (Umwelt-, Tiefbau-, Stadtplanungs-, Liegenschafts- und Rechtsamt). Auf diese Weise konnten beim Bau der Abwasseranlage Synergieeffekte genutzt werden, indem in Übereinstimmung mit den jeweiligen Rechtsträgern Rechtsträgergrenzen gezielt überschritten worden sind.


Waren Hürden zu überspringen - und welche?

Die beteiligten Behörden hatten zunächst Zweifel, ob Bürger ein Projekt dieser Größenordnung stemmen könnten. Durch fachliche Kompetenz und Beharrlichkeit konnte der Vorstand diese jedoch ausräumen.


Welche Versicherungsfragen waren zu klären?

Eine Versicherung war nicht nötig, zumal die Gesellschafter sich nicht selbst handwerklich betätigten.


Wurden externe Berater zu Rate gezogen - und welche?

Beauftragte Fachfirmen sowie die betroffenen städtischen Ämter (Umwelt-, Tiefbau-, Stadtplanungs-, Liegenschafts- und Rechtsamt)


Organisation

Organisationsform

Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit Haftungsbeschränkung


Gründung

1997


Vorstand

Horst Zinke und Hubert Nolte, ehrenamtliche geschäftsführende Gesellschafter der Gemeinschaft


Zentrale Kontaktinformationen

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